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FACHLICHER DISKURS
 

Fachlicher Diskurs - Motivation zur Qualifizierung

Schillernd bunt, gut besucht und von überregionaler Bedeutung: die int:a 2009


Inzwischen ist sie eine feste Größe: Die Fachmesse für berufliche Integration und Arbeit, kurz int:a, der ARGE Wuppertal stellte auch in diesem Jahr für zwei Tage im Oktober das Thema Integration und Qualifizierung ins Zentrum des Interesses. Es war ein Meet und Greet der besonderen Art, trafen hier über 200 Fachbesucher zusammen, um sich auf der begleitenden Fachtagung dem öffentlichen Diskurs zum Thema Sozialgesetzbuch (SGB II) und Grundsicherung zu stellen: Geschäftsführer verschiedener ARGEn und Vorstände von Institutionen und Einrichtungen, Mitarbeiter von ARGEn und Arbeitsagenturen sowie regionale und überregionale Bildungsträger. Am Publikumstag nutzten rund 6.500 Besucher die Gelegenheit, sich über das umfassende Bildungsangebot in Wuppertal zu informieren – und für sich persönlich neue berufliche Weichen zu stellen.

Überregionales Fachinteresse

Die int:a ist die größte Fachveranstaltung ihrer Art in Nordrhein-Westfalen; sie wird inzwischen längst über Wuppertals Grenzen hinweg wahrgenommen – das zeigt nicht nur der große Anteil überregionaler Fachbesucher, sondern das manifestiert sich auch in der diesjährigen Beteiligung des Bundesverbandes der ARGEn als Mitveranstalter der Fachtagung. Hier ging es um die Zukunft von Grundsicherung und Beschäftigungsförderung – besonders vor dem Hintergrund des Regierungswechsels ein hochaktuelles Thema, das derzeit bundesweit auf allen Ebenen diskutiert wird. „Und das ist auch richtig“, begrüßte Geschäftsführer der ARGE Thomas Lenz die Gäste in der Stadthalle, „Das Thema gehört in die Gesellschaft. Und Ihre Teilnahme zeigt: Wir sind mittendrin!“

Die Fachtagung gab einen Überblick über die aktuelle Situation von Hartz IV und SGB II – und warf einen Blick in die Zukunft. Die Referenten: Dr. Matthias Schulze-Böing, Sprecher Bundesnetzwerk ARGE SGB II, Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband, Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster von der Evangelischen Fachhochschule Bochum, Bundesvorstandsmitglied ver.di Isolde Kunkel- Weber, Prof. Dr. Stefan Sell von der FH Koblenz, Dr. Rolf Schmachtenberg vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Aus den Reihen der Besucher wurde die Anerkennung „für solch hochkarätige Referenten“ laut. Deren Qualität war der Brisanz des Themas nur gerecht: SGB II – Herausforderungen der Wirtschaftskrise und Aufgaben der Organisationsreform. Gesellschaftsfähigkeit, Krisentauglichkeit, Zukunftsaussichten – die Referenten beleuchteten die Frage nach der Weiterentwicklung des SGB II aus verschiedenen Blickwinkeln.

Sensibilisierung für die soziale Gesellschaft, Gründlichkeit bei anstehenden Entscheidungen, fruchtbare Netzwerkarbeit und die Notwendigkeit eines öffentlichen Diskurses waren die einheitlichen Forderungen der Tagungsteilnehmer. Was aus Hartz IV wird, wohin es mit dem SGB II geht, was aus ARGEn und Agenturen für Arbeit wird – das bleiben weiterhin die spannenden Fragen, die „hier und heute“ nicht zu klären waren. Wuppertal aber ging mit guten Beispiel voran: Es stellte sich der Notwendigkeit der Diskussion und konnte wichtige Impulse setzen.

Übergroßes Bildungsangebot

Trotz fachlicher Relevanz – das Herzstück der int:a ist und bleibt die Ausstellung als solche. Über 25.000 Maßnahmeplätze hat die ARGE Wuppertal in Zusammenarbeit mit den zahlreichen Qualifizierungsträgern in der Region entwickelt. Das Integrationsangebot bekommt auf der int:a einen verdienten Rahmen: Hier konnte das ganze Leistungsspektrum der Ausbildungs- und Qualifizierungslandschaft Wuppertals anschaulich abgebildet werden.

Thomas Lenz ist von der Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung überzeugt: „Je besser die schulische und berufliche Qualifikation ist, desto besser sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das belegen Studien. Mit der int:a möchten wir Arbeitsuchende motivieren, Qualifizierung für sich als Chance zu begreifen, um dadurch ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen. Dies gilt vor allem perspektivisch für die Zeit nach der Wirtschaftskrise“, so Thomas Lenz.

Und so wurde die gesamte Historische Stadthalle zu einem bunten Schauplatz für berufliche Integration und Arbeit. Die fürs Veranstaltungsmanagement engagierte Andrea Grell von der Agentur ProMotions koordinierte das Angebot und die Wünsche der Aussteller professionell: Auf zwei Stockwerken präsentierten 42 Aussteller ihre Förderprogrammen und Qualifizierungs angebote. Über 1.000 Teilnehmer machten das Motto „Komm rein“ zu ihrem Programm und hatten Spaß an den abwechslungsreichen Workshops und Mitmachaktionen: Trommeln, Kreativ-Malkurse, Streetdance-Kurse, Modenschauen, Pflasterwettbewerb – und vieles mehr.

„Die int:a ist Fachforum, Präsentationsmöglichkeit und Netzwerkplattform in einem. Wir sind sehr stolz darauf, dass sie sich auf allen Ebenen so gut etablieren konnte und inzwischen einige Nachahmer hat. Für uns besteht kein Zweifel, dass wir sie im nächsten Jahr wiederauflegen werden“, so Dr. Andreas Kletzander, Marketingbeauftragter der ARGE Wuppertal.